Brot für die Welt: Niger – Projekt 2010

Brot für die Welt: Niger – Projekt 2010

Kredite wecken Hoffnung

Niger zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Immer wieder führen Dürren zu Hungersnöten. In Goungo bon, einem 400-Einwohner-Örtchen am nördlichen Niger, steigen die Temperaturen im Sommer auf 45 Grad Celsius, die Luft flirrt vor Hitze, der Boden reißt auf. „In dieser Zeit wächst nichts mehr auf unseren Feldern“, sagt der Ortsvorsteher. „Früher haben wir uns irgendwie durchgeschlagen, aber die meisten Dorfbewohner hungerten.“ Dass direkt vor ihren Türen ein Schatz lag, war ihnen bis 2003 nicht bewusst: Die großen Mulden auf dem freien Feld vor ihrem Ort füllen sich in der Regenzeit mit Wasser. Es dauert Wochen, bis es verdunstet.

Es waren Mitarbeitende der nigrischen Fischervereinigung ADA, einer von „Brot für die Welt“ unterstützten Organisation, die ihnen die Augen öffneten: Sie könnten doch in dem Tümpel Fische heranziehen, sie dann verkaufen und davon Reisvorräte einkaufen, schlugen sie den Dorfbewohnern vor.

Das nötige Know-how dazu haben ihnen die Mitarbeitenden von ADA vermittelt.

Als Starthilfe gewährte der von ADA ins Leben gerufene Kreditverband einer Gruppe des Dorfes ein Darlehen von 30.000 CFA-Francs (45 Euro), von dem sie sich an die 1.000 Minikarpfen kauften. Die setzten sie in den Teich und warteten ab. „Wenn die Fische etwa 200 Gramm schwer sind, können wir sie für 750 CFA-Francs (1,15 Euro) pro Kilogramm verkaufen“, sagt die Schatzmeisterin der Dorfgruppe. Seit sechs Jahren bewirtschaften die Mitglieder der Gruppe inzwischen den Teich.

Vom Erlös kaufen sie Reis für ihre Getreidebank, solange die Preise niedrig sind. Wenn dann die Dürrezeit kommt, können sich bedürftige Familien in der „Bank“ Reis leihen, den sie während der nächsten Erntezeit zurückzahlen. So haben sie auch in Krisenzeiten genug zu essen.

„Die Kleinkredite haben unseren Ort beflügelt“, freut sich der Ortsvorsteher. „Früher haben wir einfach nur abgewartet. Jetzt haben wir mit Krediten die Fischzucht angestoßen, ein Gemeinschaftsfeld für Reis und eines für Gemüse angelegt.“ Inzwischen produzieren die Bewohner von Goungo bon so viel, dass sie ihre Überschüsse auf dem Markt verkaufen und die Erträge wiederum in ihre Getreidebank investieren können.

Träger:

  • Association des Aquaculteurs (ADA)

Finanzierung (drei Jahre):

  • „Brot für die Welt“: €176.580,-

Was kostet wie viel?

  • 250 Jungkarpfen zum Aufbau einer Fischzucht:  € 10
  • Zwei Ziegen zum Start einer Kleintierzucht:   €50,-
  • Fünf Reissäcke für eine Getreidebank: €100,-

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.brot-fuer-die-welt.de/projekte/ada

Text von Kirsten Wörnle, Brot f. d. Welt
Text überarbeitet

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Überweisungen:

Brot für die Welt

Konto: 500 500 0

BW Bank Stuttgart, Bankleitzahl: 600 501 01

Verwendungszweck: Kleinkredite
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