Kinder sind die Zukunft – „Paten“ gesucht

Kinder unserer Kindertagesstätte führen die Weihnachtsgeschichte auf

Viele von uns sind bereit, etwas von dem, was wir haben abzugeben, um Kinder in Nöten zu unterstützen. Gerade in der Weihnachtszeit, die nun hinter uns liegt, hat man das wieder sehen können. Kinder können nichts für die Situation, in die sie hineingeboren sind, und in der sie aufwachsen. Und sie haben noch das Potential, evtl. eben mit der notwendigen Unterstützung, sich aus einer schwierigen Lebenssituation heraus zu entwickeln. Es gibt eine große Bereitschaft unter uns, Kindern in Entwicklungsländern auch durch regelmäßige Spenden in Form von Patenschaften die nötige gesundheitliche und schulische Versorgung zu sichern. Wenn das in Form von gut durchdachten Projekten, die auch den familiären und dörflichen Hintergrund berücksichtigen und den Kindern die Bildung zukommen lassen, der in ihrem jeweiligen Land auch tatsächlich eine bescheidene, aber sichere berufliche Perspektive eröffnet, ist das eine sinnvolle Sache. Wir sollten uns aber gut über die Organisation informieren, bevor wir eine solche Verpflichtung eingehen.

Nun gibt es auch in unserem Land Kinder, die in sehr schwierigen Verhältnissen aufwachsen und ohne Unterstützung von außen schlechtem Perspektiven haben. Manche Eltern sind aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in der Lage, ihre Kinder so zu versorgen und zu unterstützen, wie jedes Kind es verdienen würde.

Wir sehen Beiträge über die „Arche“ in Berlin im Fernsehen, wir erfahren von Kindern, die vernachlässigt werden, wir hören, dass die Politik versuchen will, Familien frühzeitig zu unterstützen.

Die Armut von Kindern in unserem Land zeigt sich weniger in Form von körperlichem Hunger. Die Sozialsysteme ermöglichen es den Eltern, ihre Kinder zu ernähren. Dennoch gibt es spürbare Armut von Kindern – bei Eltern, die aus eigenen Problemen heraus, ihren Kindern – obwohl sie sie lieben – nicht die Aufmerksamkeit, die Fürsorge über das Körperliche hinaus, die Anregungen und auch die Orientierung geben können, die diese brauchen, um sich gut entwickeln zu können. Spätestens in der Schule geraten solche Kinder ins Abseits und bekommen einfach keine Chance, erfolgreich zu sein. Wer aber in der Schule versagt, hat in unserer Zeit nie eine Möglichkeit, sich beruflich zu etablieren. Es gibt keine Perspektive für diese Kinder.

Eine der wichtigsten Möglichkeiten, ihnen zu helfen, ist nicht, sie bei Tafeln mit Essen zu versorgen (wobei diese das auch wissen und oft mehr als Essen anbieten), sondern sie in den Kindertagesstätten so früh wie möglich ergänzend zur Familie zu betreuen, ihnen genau die Fürsorge, die Erziehung, die Anregung zu geben, die dort nicht ausreichend geleistet werden kann. Hier, im Kindergarten, sind sie noch nicht ausgegrenzt, erleben sich als ganz normalen Teil der Gruppe. An sie werden dieselben Anforderungen gerichtet und sie bekommen dasselbe Bildungsangebot, wie alle anderen Kinder. So wie deren besonderen Interessen und Begabungen, so wird auch ihren speziellen Bedürfnissen entsprechend auf sie eingegangen. Für Kindergartenplätze, die über die Mittagszeit hinausgehen, wird von allen Eltern, auch von den ärmsten, das Essensgeld von 30 Euro verlangt. Viele Familien, die vom Arbeitslosengeld II – im Volksmund Hartz IV – leben, können diesen Betrag nicht aufbringen. Es fällt ihnen schwer, aber sie knabbern das Geld zusammen, um ihren Kindern gute Startchancen zu geben. Nur gerade die, die eben nicht so organisiert sind, denen das Vorausplanen und konsequent Handeln Schwierigkeiten macht, die schaffen das nicht. Und deren Kindern müssen wir dann den Kindergartenplatz kündigen. Gerade diesen Kindern!

Außer, es findet sich jemand, der bereit ist, sein persönliches Engagement für ein Kind nicht in Afrika oder Lateinamerika, sondern für ein Kind hier einzusetzen. Wenn Sie, liebe/r Leser/in, sich das vorstellen könnten, würden wir als Kindergarten Ihnen zwar das Kind nicht persönlich vorstellen, aber regelmäßig Bericht erstatten, wie es sich entwickelt, was zur Zeit „sein Thema“ ist, und was sonst so bei uns los ist. Sie würden uns die Möglichkeit geben, einem Kind das zu geben, was es für eine gute Entwicklung und einen positiven Start in seine Bildungskarriere braucht.

Kinder haben Zukunft und sie sind unsere Zukunft.

Herzlich, Ihre Gesine Grimm, Kindertagesstätten-Leiterin

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