Nachgedacht

„Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir.“

Apostelgeschichte 18,9+10

Biblisches Wort für Monat Juli 2013

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie geht es Ihnen, wenn Sie vor einer kleineren oder größeren Menschengruppe etwas sagen sollen? Vielleicht sogar etwas, das Ihnen persönlich wichtig ist, besonders am Herzen liegt?

Für Menschen, die es nicht gewohnt sind, ist das ein ganz schönes Angehen. Besonders erlebe ich das bei Jugendlichen, Konfirmandinnen und Konfirmanden zu ihrem Vorstellungsteil bei der Konfirmation in der Kirche. Aber auch bei Älteren ist es oft nicht anders. Da braucht es auf der einen Seite Ermutigung und Zuspruch „Du schaffst das!“ Hinzu kommt ein bisschen „üben“, denn das bringt Erfahrung und Sicherheit. Und zuletzt ist auch Selbstüberwindung und Selbstvertrauen nötig: „ich mache das jetzt“.

Von Situationen, in denen Ermutigung, Übung, Selbstvertrauen nötig ist, wird in der Bibel an vielen Stellen erzählt, z.B. immer dann, wenn Gott einen Menschen beauftragt, anderen etwas wichtiges zu sagen. Meistens steht dann an erster Stelle Abwehr: „Ich traue mir das nicht zu, ich fühle mich zu schwach.“ So ging es dem Mose, dem Propheten Jeremia und neben vielen anderen auch dem Apostel Paulus.

Gerade in Konflikten und gar bei Anfeindungen ist es noch schwieriger, etwas zu sagen, seine Meinung zu vertreten, zu seiner Überzeugung, seinem Glauben zu stehen. Paulus erlebt das an vielen Orten auf seinen Reisen – auch in der großen Stadt Korinth. Nicht selten wird er sich gefragt haben, ob er nicht lieber den Mund halten sollte.

Für Paulus kommt die Ermutigung im Traum aus der Stimme Gottes: „Fürchte dich nicht! Rede nur und schweige nicht! Denn ich bin mit dir.“

Gott ermutigt ihn, gibt ihm Zuspruch, Selbstvertrauen und Rückhalt. „Ich bin da – du bist nicht allein“. Über Paulus wird dies so erzählt in der Apostelgeschichte.

Wie erleben wir Ermutigung und Zuspruch, wenn eine Aufgabe vor uns liegt? Wenn wir vielleicht eine unbequeme Wahrheit aussprechen sollen? Wenn es in einer brenzligen Situation darum geht, ob wir uns einmischen oder lieber den Mund halten?

Im schlechtesten Fall bleiben wir mit unserer Aufgabe allein. Vielleicht spüren wir aber auch die Stimme Gottes, wenn uns jemand zur Seite steht und unterstützt.

Ermutigung, Übung, Selbstvertrauen – im „Mutmachlied“ – das nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene singen können, heißt es:

Gott sagt zu dir: Ich hab dich lieb ich wär’ so gern dein Freund, und das was du allein nicht schaffst, das schaffen wir vereint.

Ich wünsche uns allen diese Ermutigung und den Rückhalt Gottes; dann kann das Schwere leichter werden und wir können zur rechten Zeit ohne Angst das richtige Wort sagen und nicht schweigen.

Mit besten Grüßen für eine behütete Sommerzeit

Ihr B. Kahle

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