Urlaub mit dem eigenen Bett 2014

Bild für Kaffee Wie schon in den vergangenen Jahren begannen wir wieder mit einem gemütlichen Kaffeetrinken. Hübsch gedeckte Tische, leckerer Kuchen und guter Kaffee erwarteten die Gäste. Man konnte sich ein wenig umschauen, wer so mitfährt. Nach dem Kaffee gab es Informationen zu den Fahrten. Einige Fragen wurden noch geklärt. Dann waren wir alle ganz gespannt, was die nächsten Tage uns bringen werden.

Ute Lückert

 

1. Ausflug nach Halberstadt

Nach einer unruhigen Nacht, ich träumte der Bus sei nicht gekommen, war ich überglücklich, als ich um die Ecke kam und den Bus vor der Kirche stehen sah. Alle waren pünktlich, so dass wir schon vor 9:00 Uhr starten konnten. Die Fahrt verlief ohne Staus; die sahen wir auf der Gegenfahrbahn. In der Halberstädter Wurstfabrik wurden wir schon erwartet. Zur Einführung sahen wir einen Film über die Geschichte der Fabrik und die Fabrikation.
Halberstadt1Wegen der Hygienevorschriften dürfen Besucher nicht in den Bereich, wo die Wurst hergestellt wird. Aber auch für die anderen Bereiche, wie Sterilisieren, Etikettieren und Verpacken mussten wir uns mit Kopfhauben, schicken Plastikmänteln und blauen Überziehern für die Schuhe verkleiden. Alle sahen toll aus!

Das Unternehmen wurde 1883 in Halberstadt gegründet. Der Unternehmer Friedrich Heine schaffte es 1896 mit der bis dahin eher regional bekannten Spezialität namens „Halberstädter Würstchen“, den weltweiten Markt zu erschließen. Er verpackte erstmalig Würste in einer Konserve und sorgte damit für den unaufhaltsamen Aufstieg eines Klassikers. Die Wurstkonserve war erfunden! Das Unternehmen ging 1948 in Volks­eigentum über und firmierte bis zum Mauerfall unter „VEB Halberstädter Fleischwaren“. Mit der Übernahme 1992 durch die Unternehmerfamilie Nitsch wurde die lange Tradition der Marke „Halberstädter“ fortgeführt und nach modernen Anforderungen weiterentwickelt. Die echten „Halberstädter“ werden im Buchenholzkamin über offenem Feuer geräuchert und reifen anschließend 24 bis 36 Stunden. So entsteht der original rauchig-deftige Geschmack! Inzwischen gibt es aber auch eine preiswertere Variante, sie wird nach gleichem Rezept, aber mit einem anderen Räucherverfahren hergestellt. Außer Würstchen stellen sie noch andere Produkte her: Dosenwurst, Suppen, Fertiggerichte. Eine riesige Palette. „Halberstädter“ gehört neben Halloren, Rotkäppchen-Sekt und Kathi zu den letzten Traditionsmarken der DDR, die sich nach der Wiedervereinigung am gesamt­deutschen Markt behaupten konnten. Wir waren beeindruckt. Einige haben sich auch für die nächsten schlechten Zeiten eingedeckt. Der Fabrikladen war fast leergekauft.

Um 14:00 Uhr ging es weiter. Die Stadtführer waren bereit, uns bei einer Stadtrundfahrt die Schönheiten ihrer Stadt zu zeigen. Ganz gleich aus welcher Richtung man nach Halberstadt kommt, imposant ist die unverwechselbare Stadtsilhouette von Dom, Liebfrauen- und Martinikirche. Schon von weitem sind die sakralen Bauwerke aus der Gotik und der Romanik zu sehen. Halberstadt2
Wir erfuhren etwas über die Entstehung der Stadt, aber mehr über die Bombardierung am 8. April 1945. Dabei wurden 82 % der Gebäude zerstört. Dies ist vor allem darauf zurück zu führen, weil Halberstadt vor-wiegend aus Fachwerk­häusern bestand. Nach dem Angriff hat es 5 Tage gebrannt. Die Männer waren im Krieg, und die Frauen konnten mit ihren geringen Mitteln dem Feuer nicht Herr werden. Die Wieder-vereinigung tat der Stadt gut. Nun konnten die noch nicht abgerissenen und baufälligen Häuser saniert und wieder hergerichtet werden. So entstand ein wunder­schöner Stadtkern, der einen Besuch zu einem Erlebnis macht. Wir müssen da nochmal hin. Viele Dinge haben wir nur gestreift, wie den Domschatz, die Judenstadt, das Gleimhaus und andere Dinge mehr. Unser Stadtführer war nur durch einen Blick auf die Uhr zu stoppen.

Zum Abschluss kehrten wir noch zu Kaffee und Kuchen ein. Dann brachte uns unser hervorragender Busfahrer wieder gut nach Hannover.

Ute Lückert

 

2. Ausflug zum Natur-Tierpark Ströhen

StröhenPünktlich konnten wir unseren Ausflug beginnen. Nachdem es anfangs geregnet hatte, kam die Sonne durch, je weiter wir nach Westen fuhren. In Ströhen angekommen, wurde ein kleiner Spaziergang durch den Teil II des Tierparks unternommen. Hier konnten wir europäische Wildtiere ansehen. In Erinnerung wird uns bestimmt der große Ziegenbock bleiben. Nach dem Mittagessen im Pavillon des Restaurants ging es nun in Teil I der großen Parkanlage mit ihrem bemerkenswerten Baumbestand und vielen Teichen und Bachläufen. Dieser Teil zeigt Tiere aus aller Welt: Tiger, Affen, Tapire, Erdmännchen, Dromedare und viele andere. Zu erwähnen ist der große Bestand an Federtieren, sprich Schwäne, Enten aller Art, Hühnerfamilien, Flamingos und Störche. In der Tiershow am Nachmittag zeigten uns dann Ponys, Pferde, Dromedare und andere Tiere ihre Kunststücke. Ströhen2

Sehr beeindruckt hat auch das junge Mädchen mit seiner akrobatischen Aufführung. Mit Applaus haben wir nicht gespart. Danach konnten wir bei Kaffee und Kuchen den Tag ausklingen lassen. Gut gelaunt und mit viel Gesang ging es dann heimwärts. Ich glaube, es hat allen gefallen, zumal uns die Sonne den ganzen langen Tag verwöhnt hat.

B. Pehl

 

 

3. Ausflug: Kutschfahrt durch die Heide und Stadtrundgang in Lüneburg

Oh Weh, das Wetter sah überhaupt nicht gut aus: Nebel und Regenwolken, die sich leider auf der Fahrt über unseren Bus ergossen. Aber die gelbe Hose (Insider wissen, was gemeint ist), hat wieder gewirkt.
KutschfahrtAls wir den Bus verließen, um auf die Kutsche umzu­steigen, wurde es heller und vor allen Dingen trocken. Die Heide leuchtete noch in schönen Farben, obwohl in diesem Jahr ja alles einige Wochen früher blühte. Wir ge­nossen die Fahrt. Unsere Kutsche wurde von zwei kräftigen Pferden gezogen. Zu meinem Entsetzen dauerte die Fahrt eine dreiviertel Stunde länger als von mir geplant, und mein Zeitplan geriet ganz durcheinander. Zum Glück gibt es Handys. So konnte ich die Stadt­führung in Lüneburg um eine halbe Stunde verschieben. Das leckere Mittagessen musste nun etwas schneller eingenommen werden. Auf Nachtisch oder Kaffee mussten die­jenigen, die gerne so etwas mögen, verzichten.

Pünktlich zur verabredeten Zeit trafen wir dann in Lüneburg ein.

Lüneburg
Die Gruppe, die die Schau­plätze der Telenova „Rote Rosen“ anschauen wollte, unternahm ihre Runde mit einer versierten Dame und erfuhr einige Neuigkeiten. Die andere Gruppe hörte bei einem Rundgang Wissenswertes über das Rathaus und Lüneburg. Wer wollte, konnte dann noch Kaffee trinken und dann, kurz nach 17:00 Uhr, brachte uns unser Busfahrer wieder sicher nach Hause.

Ute Lückert

 

 

4. Ausflug zum Koptischen Kloster und die Weser-Dampferfahrt

Diesmal wollten wir um 08:30 Uhr starten, denn unsere Ankunft im Koptischen Kloster Brenkhausen wurde um 10:30 Uhr erwartet. Es fehlte uns nur noch eine Teilnehmerin. Wir konnten sie trotz aller Bemühungen nicht erreichen, und so fuhren wir ohne sie los. Unsere Gedanken waren bei ihr und wir hofften alle, dass sie den Termin nur verschwitzt hat. Leider mussten wir später hören, dass das nicht der Fall war. Sie erlitt einen Unfall und konnte nicht kommen, und uns leider auch nicht benachrichtigen.
Koptisches Kloster1Die Fahrt zum Kloster verlief dann ohne Probleme. Aber als wir auf die Straße zum Kloster einbogen, fuhren vor uns noch zwei Busse. Wir fragten uns erschrocken, ob die auch dorthin wollten. Es war eine Gruppe aus Hildesheim mit ca. 100 Teilnehmern. Nun konnte ich mir die Reaktion des Priesters auf meine Anfrage vor einigen Tagen, ob wir noch eine Person mehr mitbringen könnten, erklären. Denn, ob nun 140 oder 141 Personen kommen, ist dann sicher kein Problem. Er sagte nämlich: „Kommen sie alle, sie sind alle herzlich willkommen“. Der Bischof begrüßte jeden Einzelnen in verschiedenen Variationen: Herzlich Willkommen / Ich freue mich, dass Sie gekommen sind / Der Herr segne Sie usw. Ich war beeindruckt. Wir versammelten uns in der Kapelle. Es war alles hervorragend vorbereitet. Bischof Damian gab eine Einführung zu der Frage, wer die Kopten sind. Koptisches Kloster2Die Koptisch (d.h. ägyptisch)-Orthodoxe Kirche ist die ursprüngliche Kirche Ägyptens, die bereits im ersten christlichen Jahrhundert von dem Evangelisten und Apostel Markus gegründet wurde. Wenn Sie mehr über die Kopten und ihre Geschichte erfahren möchten, schauen Sie ins Internet. Falls es genügend Interessenten gibt, könnten wir noch einmal eine Fahrt zum Kloster organisieren. Dann aber mit mehr Zeit! Es gibt viel zu entdecken! Natürlich erfuhren wir auch eine Menge über die Geschichte des Klosters, das 1993 nach längeren Verhandlungen vom Land Nordrhein Westfalen von den Kopten übernommen wurde. Ca. 1245 siedelten sich hier Zisterzienserinnen an, danach folgte eine wechselvolle Geschichte. 1601 erfolgte eine Neubesiedlung des Klosters durch Benediktinerinnen von Corvey, die letzte Nonne starb 1848. Zwischendurch war es eine landesherrliche Domäne, der Kreuzgang wurde Viehstall und der gotische Klosterflügel eine Schnapsbrennerei.
Koptisches Kloster3Nach dem Vortrag und einem Gebet wurden wir zum Mittagessen eingeladen. Es gab leckere Linsensuppe, Salat, Reis, gebackene Kartoffeln mit Tomaten, Schnitzel und Gemüsefrikadellen. Es war natürlich arabisch gewürzt. Alles ausgesprochen lecker, und wir waren begeistert von der logistischer Meisterleistung, diese vielen Menschen zu versorgen. Leider hatten wir dann kaum noch Zeit, die angebotenen Führungen durch das Kloster wahrzunehmen. Denn um 14.00 Uhr erwartete uns die „Hameln“ zu einer Flussfahrt von Höxter nach Beverungen.

Weserfahrt2Weserfahrt

Weserfahrt3Das ruhige Dahingleiten auf der Weser, ohne Termindruck und ohne Hektik tat uns allen sehr gut. Nach einer gemütlichen Heimfahrt endete unsere letzte von vier Fahrten.

Ute Lückert

 

 

Das Abschlussfest:

Zum Abschlussfest hatte sich auch wieder eine nette Gruppe zusammen gefunden. Es waren auch einige Gäste dabei, die aus den verschiedensten Gründen nicht an den Fahrten teilnehmen konnten, aber doch gerne ein wenig von den Erlebnissen hören wollten. Und wir hatten ja auch einiges zu erzählen. Beim Anschauen der Bilder wurden die Erinnerungen wieder geweckt. Es war ein fröhlicher Abschluss, bei dem auch gut gegessen wurde. Unter anderem hatten wir Schinkengriller aus Halberstadt mitgebracht. Herrn Schmidt und Herrn Grunenberg sei auf diesem Wege noch einmal herzlich gedankt für das vorzügliche Grillen. Wir, d.h. Frau Hrynko, Frau Pehl und ich haben mit Freude zur Kenntnis genommen, dass die Touren, die wir ausgesucht hatten, gut gefallen haben. Wenn alles gut geht und wir gesund bleiben, werden wir ab Januar 2015 nach neuen Zielen suchen.

Ute Lückert

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