Eindrücke aus der Arbeit eines Kirchenvorstehers

hier: Friedhelm Depenbrock

Herr Depenbrock, Sie sind 1985 in den Kirchenvorstand Depenbrock Friedhelm 1937
berufen worden. Was hat sie motiviert, sich für dieses Amt zur Verfügung zu stellen?

Ich bin als Berufssoldat 1982 nach Hannover versetzt worden, nachdem ich schon einmal von 1973-1975 im Stab der 1. PzGrenDiv war. Auf Empfehlung der Ev. Militärseelsorge und des Kirchenvorstandes wurde ich am 31.10.1985 in den Kirchenvorstand (KV) berufen. Da die Epiphanias-Kirche und der Kindergarten aus Mitteln des Bundes mitfinanziert worden ist, hat die Militärseelsorge dort auch Nutzungsrechte. Als Soldat hatte ich daher auch Interesse an der Mitwirkung im Kirchenvorstand. Die für mich neue Beratungs- und Entscheidungskultur in dem KV war zunächst eine besondere Herausforderung, aber auch eine Bereicherung zum Verständnis für dieses Amt als Kirchenvorsteher.1988 wurde ich in den KV gewählt und habe seither immer Ämter im KV, im Kirchenkreistag und im Stadtkirchentag übernommen.

Was sind Ihre Aufgaben im Kirchenvorstand?

Als ich 2012 erneut in den KV berufen worden bin, wurden mir die Bauunterhaltung und Bewirtschaftung, die Ausführung der Beschlüsse und die täglichen Geschäfte sowie der Schriftverkehr dazu übertragen. Dazu arbeite ich mit dem Bauausschuss eng zusammen. Außerdem wurde ich in den Finanzausschuss und in den Vorstand der Epiphanias-Stiftung Hannover gewählt.

Was macht Ihnen besondere Freude?

Mit der Unterhaltung und Bewirtschaftung aller Gebäude unseres Gemeindezentrums wirke ich mit an der zuverlässigen Nutzung aller Gebäude für die inhaltliche Gemeindearbeit durch viele ehrenamtliche und der beruflichen Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter. Darüber bin ich sehr glücklich.

Seit der Gründung unserer Stiftung Ende 2007 bin ich im Stiftungsvorstand und freue mich über die Unterstützung durch Spenden der Gemeindeglieder.

Was fällt Ihnen schwer?

Die bisherige kameralistische Buchführung der Stadtkirchenkanzlei war wenig aussagefähig und bedurfte ständiger Überprüfung der Buchungen durch unseren Finanzausschuss. Nach der 2014 eingeführten Doppik (doppelte Buchführung) liegt uns bisher leider noch keine Eröffnungsbilanz für 2015 vor (Stand: 09.02.2015). Das macht die Haushaltsplanung und Bewirtschaftung fast unmöglich. Leider hat der KV auch keine Möglichkeit zur Online-Haushaltsüberwachung. Davon ist die Stiftung ebenfalls betroffen.

Wie groß ist der zeitliche Umfang Ihrer Tätigkeit?

Gegenüber meinen Amtszeiten als stellvertretender KV-Vorsitzender von 1998-2000, als KV-Vorsitzender 2000-2006 und wieder als stellvertretender KV-Vorsitzender von 2006-2012 hat sich der zeitliche Arbeitsumfang jetzt etwa halbiert. Jetzt benötige ich über einen Monat verteilt ca. 20 Stunden. Diese Zeit kann ich einsetzen, weil ich nicht mehr beruflich gebunden bin und meine Ehefrau mein ehrenamtliches Engagement unterstützt.

Haben Sie an Fortbildungen teilgenommen, wenn ja, an welchen?

Ich habe an einer Schulung zur Öffentlichkeitsarbeit teilgenommen. Die umfangreichen Kenntnisse über die Strukturen und Gesetze der Kirchengemeinden und Kirchenkreise (Stadtkirchenverband) habe ich im Selbststudium erworben. Dafür stehen im Gemeindebüro alle Quellen zur Verfügung.

Wo sehen Sie die Herausforderungen in diesem Amt?

Das Amt eines Kirchenvorstehers ist ein ehrenamtliches, öffentliches Leitungsamt. Die Inhaber haben ihre Aufgaben nach den Gesetzen der Kirchengemeindeordnung zu erfüllen. Die Kenntnis dieser Ordnung bildet die erste Herausforderung vor der Übernahme des Amtes.

Zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben des Kirchenvorstandes hat unsere Gemeinde Ausschüsse gebildet, in denen ein Mitglied den Vorsitz übernehmen muss. Als Beauftragter für die Bauunterhaltung und Baubewirtschaftung ist die Mitgliedschaft im Finanzausschuss und Zusammenarbeit mit dem Bauausschuss zwingend notwendig. Eine besondere Herausforderung ergibt sich aus der begrenzten Zuweisung der Finanzmittel einerseits und der Aufgabe, unser Gemeindezentrum im Sahlkamp dauerhaft für kommende Generationen zu erhalten. Dazu ist die Erhaltung der Personalstelle eines beruflichen Mitarbeiters notwendig. Das Gebäudemanagement der Gemeinde erfordert einen qualifizierten Mitarbeiter.

                       Vielen Dank für das Interview, das Pastor Benti mit Herrn Depenbrock führte.

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