Blockflötenorchester reist nach Dresden

Hannover – Dresden – Hannover

Als Katharina vor einigen Jahren Hannover verließ, um in Dresden zu studieren, berichtete sie von Kontakten über Verwandte zu einer Kirchengemeinde vor Ort, in der sie Heimat finden könne. Spontan versprach ich großzügig: “Wir kommen dich besuchen.“ Da war das Herz schneller als der Verstand, denn solch eine Reise ist nicht mit einer Tagesfahrt zu bewältigen wie unsere Ausflüge nach Wittenberg oder Goslar-Hahnenklee. Vorbereitungen, Organisation und Kosten bewegen sich da auf ganz anderen Ebenen.

Die Orchestermitglieder waren dennoch motiviert und so starteten wir im Juli an einem Freitagmittag mit einem Reisebus nach Dresden. Einige treue Begleitpersonen kamen zur Unterstützung mit. Katharina und ihr Freund erwarteten uns schon vor dem Hotel und Hostel, in dem unsere Zimmer gebucht waren. Am Abend erkundeten wir die Altstadt in der näheren Umgebung.

Nach dem gemeinsamen Frühstück am Samstag machten wir mit unserem Bus eine Rundfahrt, auf der eine kompetente Stadtführerin uns alle Zusammenhänge über Stadt, Land und Leute erklärte. Um 12:00 Uhr waren wir für die Andacht mit Orgelmusik und Führung in der Frauenkirche angemeldet. Danach leisteten wir uns eine kurze Mittagspause, denn Katharina hatte von der Schlosskirche und der Stadt Genehmigungen zum Musizieren des Blockflötenorchesters auf dem Schlossplatz erobert.

DresdenP1020936-1Leider habe ich dort vor Ort von den Reaktionen der Zuhörer nicht so viel mitbekommen, da ich denen ja wegen des Dirigierens den Rücken zuwende, aber seit dem Anschauen der Videoaufnahmen weiß auch ich, dass unser Musizieren bei den Bürgern und Gästen gut ankam. So viele Handys und Tabletts sind wohl noch nie während einer Stunde auf die Gruppe gerichtet worden. Leider spielte uns starker Wind mit dem Verschlagen der Noten manchen Streich. Nur sehr wenige hatten zum Bändigen der Seiten Wäscheklammern mitgenommen.

In kleinen Gruppen mussten dann noch Aufgaben bewältigt werden, um sich mit der Stadt Dresden und ihrer Geschichte etwas vertrauter zu machen. Nach einem gemeinsamen Abendbuffet in einem griechischen Restaurant brachte uns der Bus zu der St. Petri-Kirche in der Neustadt, damit wir uns in einer Probe auf das Musizieren am Sonntagmorgen im Gottesdienst vorbereiten konnten. Einige hatten so viel Energie, um am späten Abend noch etwas zu unternehmen, die anderen fielen erschöpft in die Betten.

Am Sonntag mussten wir sehr früh aufstehen, um das Frühstück und die Abreisevorbereitungen zu bewältigen, denn der Gottesdienst in St. Petri beginnt um 9.30 Uhr. Wir waren vorher noch mit dem Posaunenchor der Gemeinde zu einer gemeinsamen Probe verabredet.

DresdenP1020941-1Da die Gemeinde zu der Zeit noch keinen Pastor hatte, feierten wir mit einem Lektor. St. Petri hat eine sehr singfreudige Gemeinde. Die Kirchenakustik trägt auch noch dazu bei, dass das Musizieren wirklich Freude macht. Nach dem Gottesdienst wurde uns dankenswerterweise ein Mittagessen serviert. So konnten wir uns gut gestärkt von Katharina, ihrem Freund und den Gastgebern der St. Petri-Gemeinde verabschieden und auf den langen Heimweg machen.

Dankbar bin ich für das Erlebte. Alle sind gesund heimgekehrt, das Wetter war super, die Laune war gut, die Musik war recht gelungen.

Einige haben schon gefragt, wohin denn im nächsten Jahr die Reise des Blockflötenorchesters Hannover der Epiphanias-Gemeinde gehen könnte. Haben Sie oder hast du einen Tipp für uns?

Monika Richter

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