Ausflüge für Junggebliebene 2017

Haus der Religionen

Am 24.01.2017 fanden sich 20 Personen ein, um gemeinsam dem Haus für Religionen einen Besuch abzustatten. Die meisten hatten keine Vorstellung von dem, was sie dort erwartete. Wir wurden von Frau Duffing herzlich empfangen. Sie gab uns einen Überblick über die Ziele des Hauses und seine Entstehung. Hier ein kurzer zeitlicher Abriss:
Seit dem Evangelischen Kirchentag im Jahr 2005 hat das Haus der Religionen seinen Ort in der Böhmerstraße 8 in Hannover-Südstadt. Seine Vorgeschichte reicht zurück bis an den Anfang der 90er Jahre:
1991: Während des zweiten Golfkrieges tun sich in Hannover engagierte Frauen und Männer zu einem interreligiösen Diskussions- und Gebetskreis zusammen.
1992: Lichterkette gegen Fremdenhass mit 120.000 Teilnehmern am 20. Dezember 1992
1993: Aus informellen Anfängen entsteht der „Aktionskreis der Religionen und Kulturen“.
Hier einige der uns sehr bekannten Persönlichkeiten, die für eine Zeit den Vorsitz des Arbeitskreises übernahmen:Stadtsuperintendent H. W. Dannowski, Propst Dr. Joop Bergsma, Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann, Propst Martin Tenge.
2007: Eröffnung der Ausstellung „Religionen im Dialog“ im Haus der Religionen in den Räumen der Athanasiusgemeinde (Schirmherrschaft: Oberbürgermeister Stephan Weil).
2008: Gründung des Vereins „Haus der Religionen Hannover e.V.“
2009: Umbenennung des „Aktionskreises der Religionen und Kulturen“ in „Forum der Religionen“.

Im Haus der Religionen in Hannover haben sich sechs Religionen zu einem Ort der interreligiösen Bildung und Begegnung zusammengeschlossen. Christen, Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten und Bahai treten gemeinsam ein für eine Haltung des Interesses, des Respekts und der Achtung des Anderen. Im Haus der Religionen erwarten Sie die Dauerausstellung „Religionen im Dialog“, wechselnde Einzelausstellungen, die Diskussionsreihe „Religionen im Gespräch“, interreligiöse Koran- und Bibellektüre, Vorträge, Friedensgebete und vieles andere mehr, vor allem aber die Begegnung mit Frauen und Männern aus anderen Religionen. Das Haus der Religionen ist das erste Projekt seiner Art in Deutschland. Es wird geleitet vom Rat der Religionen der Stadt Hannover. Das Haus der Religionen wurde ausgezeichnet mit dem Integrationspreis der Stadt Hannover und dem Friedenspreis des Deutschen Islam-Archivs.  Wir haben sehr viel erfahren, aber auch festgestellt, dass wir sehr wenig über die anderen Religionen wissen. Für alle Teilnehmer war es ein interessanter Nachmittag. Wir werden sicher noch einmal wiederkommen.

Ute Lückert

Unser Ziel war die Marktkirche

Am 15.02. trafen wir uns wie immer an der U-Bahn Station Bahnstrift. Da wir schon sehr früh vor Ort waren, bot es sich an, die Ausstellung „frauenORTE Niedersachsen – Über 1000 Jahre Frauengeschichte“ anzuschauen. Die Ausstellung präsentiert Frauen-geschichte und Frauenkultur in einem Zeitraum von über 1000 Jahren mit dem historisch begründeten Schwerpunkt vom 18. bis zum 20. Jahrhundert auf einer gemeinsamen Bühne. Sie stellt 30 historische Frauenpersönlichkeiten vor, die in der Initiative frauenORTE Niedersachsen seit 2008 gewürdigt wurden. Sie erzählt von den Leistungen der Frauen, die sie auf politischem, kulturellem, sozialem, wirtschaftlichem und /oder wissenschaftlichem Gebiet vollbracht haben. Der gemeinsame Auftritt der 30 außergewöhnlichen Frauen verbindet die Städte und Regionen Niedersachsens zu einem einzigartigen Netzwerk in weiblicher Perspektive. Von Anita Augspurg bis zu Mary Wigman – eines haben die Frauen, die in dieser Ausstellung vorgestellt werden, gemeinsam: Sie haben oft viel riskiert, Hervorragendes geleistet und sind deshalb auch heute noch Vorbilder.

Pünktlich um 15:00 Uhr begann dann unsere Führung. Die evangelisch-lutherische Marktkirche St. Georgii et Jacobi ist die älteste der drei Pfarrkirchen in der Altstadt von Hannover (die beiden anderen sind Aegidienkirche und Kreuzkirche). Die Hallenkirche mit ihrem 97 Meter hohen Turm gehört zu den Wahrzeichen Hannovers. Sie hat ihren Namen von den beiden Heiligen Georg und Jakobus. Etwa 1360 gilt als Jahr der Kirchenweihe, 1368 wurde schließlich wegen Not- und Pestzeiten und daraus resultierendem Geldmangel der Bau des Kirchturms unterbrochen. Ursprünglich steiler geplant, erhielt die Turmspitze nun einen Dachreiter in Form des verkleinerten Abbilds des Turmes selbst. An drei Giebeldreiecken des Turms sind Zeichen angebracht: an der Ostseite ein umgedrehtes Pentagramm (Drudenfuß), an der Nord- und Südseite je ein Hexagramm (Davidschild). Nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Marktkirche 1952 im historischen Stil wieder aufgebaut. Das Bronzeportal des Westeingangs (des heutigen Haupteingangs) schuf 1959 Gerhard Marcks. Es zeigt unter dem Motto discordia et concordia (Zwietracht und Eintracht) unter dem zweistämmigen Lebensbaum menschliche Grundsituationen, wobei der Bildhauer auch nicht die unmittelbare Vergangenheit Deutschlands aussparte, wie man an den Szenen mit Galgen und Panzer, einem Naziredner, Leichenbergen und brennenden Häusern sieht. Über allem erscheint im oberen Feld der auferstehende Christus. Das Portal ist eine Stiftung der Stadt Hannover zum 600-jährigen Bestehen der Marktkirche.

Auch im Inneren der Kirche gibt es vieles zu entdecken, z. B. das tolle Taufbecken, der imposante Altar und die Holzschnitzerei, die die Geschichte von Jesus und den Jüngern auf dem aufgewühlten Meer darstellt. Wir waren sehr beeindruckt  Mit einem gemeinsamen Kaffee trinken beendeten wir diesen schönen Nachmittag.

U. Lückert

Das Museum für Textile Kunst

Am 16. März hatten die „fitten Senioren“ sich vorgenommen, das Museum für Textile Kunst in Kirchrode aufzusuchen. Nach einer netten Begrüßung wurde uns eine einzigartige Stoffsammlung sowie traditionelle und phantasievolle Handarbeiten gezeigt. Frau Knop, eine großartige Designerin, hatte die Stoffe und Gewänder von ihren Reisen durch die Welt mit nach Hannover gebracht. Das Material bestand vorwiegend aus Seide. Haben Sie schon mal etwas von Ananasseide oder Lotusblütenseide gehört?

Hier können Sie sie sogar anfassen. Die liebevolle Zusammenstellung fand bei uns Bewunderung und großes Interesse.

Unser Nachmittag endete im Wintergarten des Museums bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen.

M. Hrynko

 

 

Secondhand-Kaufhaus fairKauf

Am Mittwoch, den 26. April, trafen wir uns wie immer an der U-Bahn Station Bahntrift zu unserem monatlichen Ausflug für Junggebliebene. Am Vahrenheider Markt stiegen noch Damen aus der Titusgemeinde dazu. Wir wollten dem Secondhand-Kaufhaus fairKauf in der Limburgstr. 1 einen Besuch abstatten und uns bei einer Führung über das gelungene Projekt Waren zu Preisen anzubieten, das den Erwerb für alle Menschen möglich macht, informieren. Außerdem wird hier Arbeitslosen die Chance geboten, durch Beschäftigung und Qualifizierung in den Arbeitsmarkt reintegriert zu werden. Wir waren sehr beeindruckt. In jeder Abteilung gibt es Fachleute, die die gespendete Ware begutachten, sortieren und die Preise festlegen. So kann auch der Spender sicher sein, dass seine Spende seinen Zweck erfüllt.

Um das soziale Kaufhaus fairKauf zu realisieren, gründeten das Diakonische Werk, die Caritas und der Werkheim e. V. zusammen mit sechs Bürgern eine Genossenschaft, die z.Z. 235 Mitglieder zählt. Geschäftsanteile können von 50 Euro an gezeichnet werden. FairKauf steht für unternehmerische Finanzierung, nicht für den Verbrauch öffentlicher Zuwendungen. Seit der Eröffnung des Kaufhauses im Jahr 2008 sind viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen für überwiegend ehemals Langzeitarbeitslose entstanden. Alle MitarbeiterInnen werden nach den Tarifverträgen des Niedersächsischen Einzelhandels bezahlt. Davon sind viele Stellen für die Stammbelegschaft, die den Betrieb aufrechterhält, organisiert und weiter entwickelt. Außerdem gibt es Bürgerarbeitsplätze, und auch Auszubildende werden betreut. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden, die zur Qualifizierung bei fairKauf tätig sind, kümmern sich auch Ehrenamtliche, die ihre Zeit spenden und viel Lebens- und Berufserfahrung einbringen, um die Angestellten.

 

Limmer

Am Montag, den 22. Mai, besuchten wir bei schönem Wetter den Stadtteil Limmer. Mit der Linie 2 fuhren wir bis zum Bahnhof. Dort ging es weiter mit der Linie 10 Richtung Ahlem. Dies war für uns das letzte Mal, dass wir vor dem Bahnhof in diese Linie umsteigen konnten. Ab dem 25.05. fährt keine Straßenbahn mehr über der Bahnhofsvorplatz.
In Limmer marschierten wir als erstes zum Leinewehr. Sehr beeindruckend, der Leineabflusskanal, die Leine und der Ernst- August-Kanal bilden hier eine riesige Wasserfläche. Die Wasserkunst ist immer noch eingerüstet, deshalb haben wir sie nicht groß beachtet. Das ist später mal ein eigenes Ziel. Dafür haben wir der Fischtreppe umso mehr Beachtung geschenkt. Eine Fischtreppe hilft den Fischen auf dem Weg zu ihren Laichplätzen Höhenunterschiede zu überwinden. An diesem Wehr sind es 3,25 m. Auf einer Tafel kann man erfahren wie viele verschiedene Fischarten in der Leine beheimatet sind.

Weiter ging es zu der Nikolai-Kirche. Hier hat von 1680-1718 Pastor Sackmann gewirkt. Ein Original, beliebt vor allen Dingen wegen seiner deftigen Predigten. Er verschonte dabei auch die Obrigkeit nicht. Die schützende Hand der Kurfürstin Sophie hat ihn sicher vor größeren Schwierigkeiten verschont. Nach einem Blick in die Kirche ging es weiter durch das alte Dorf. Hier stehen noch gut erhaltene Fachwerkhäuser. Leider hat 1808 ein Großbrand 15 Häuser und Scheunen zerstört, und nicht alle wurden an der alten Stelle neu errichtet. So beschränkt sich der Dorfkern nur auf einen kleinen Teil an der Kirche. Vorbei an einem Neubaugebiet kamen wir zu dem Gedenkstein, der an das KZ Limmer, ein Außenlager des KZ Neuendamme erinnert. Auf einer Schautafel kann man sich sehr gut informieren.

Wir werfen noch einen Blick auf das Gelände, wo die Wasserstadt entstehen soll und dann geht es zurück zur Straßenbahn. Auf diesem Weg, über ein verwahrlostes Gelände, konnten wir noch einen Blick auf den Stichkanal werfen und auch die Schleuse bewundern. An der Haltestelle Brunnenstraße steht ein Bunker, der zu einem Kunstwerk gestaltet wurde.

Ja und zum Schluss ging es wie immer noch zum Kaffee trinken.

Ute Lückert

 

Unser Ausflug zum Kronsberg am 21.06.2017

Zuerst ging es zum Spannhagengarten, über dessen Geschichte ich etwas erzählte. Wir wissen jetzt auch, woher sich der Name ableitet: „Spann“ leitet sich von Gespann (also Zugtier und Wagen) ab, mit „Hagen“ bezeichnet man ein eingegrenztes Grundstück.

Im Spannhagengarten wartete Herr Kier auf uns, ein Fachmann für das Baugebiet Kronsberg. Als Stadtplaner war er an der Entwicklung dieses Stadtteils von Anfang an beteiligt. Er faszinierte uns mit seinem ungeheuren Fachwissen und führte uns durch die Wohnsiedlung und Innenhöfe. Ich gewann den Eindruck, dass er zu jedem Pflasterstein, jedem Baum und jeder Wohnanlage eine Geschichte wusste.

Unser Kopf war voll mit Infos, der Magen leer. Aber das änderten wir beim anschließenden Kaffeetrinken.

Birgitt Hüttig

 

Waldstation Eilenriede

Am 20. Juli hat es morgens fürchterlich geregnet und der Himmel klarte leider erst gegen 13:00 Uhr wieder auf. Sicher war dies ein Grund für die meisten, die sonst immer dabei sind, diesmal auf den monatlichen Spaziergang zu verzichten. Wie sich herausstellte war das ein großer Fehler. Denn am Nachmittag hatten wir das schönste Wetter und eine sehr interessante Führung in der Waldstation. Seit ihrer Eröffnung im Mai 2004 erfreut sie sich einer großen Beliebtheit. Auf dem 3,7 Hektar großen, umzäunten Außengelände der Waldstation Eilenriede befinden sich 27 so genannte Erlebnisstationen zu verschiedensten Wald- und Naturthemen Die Molche waren die ersten Tiere, die wir sahen. Klein und dunkel, wie Salamander aussehend.

Aber nicht nur Tiere waren Thema, wir hörten auch eine Menge über die Geschichte der Eilenriede. Der erste Teil des Namens Eilenriede (Eilen) leitet sich ab von den dort früher hauptsächlich vorkommenden Erlen (Ellern). Der zweite Teil des Namens (Riede) (siehe auch: Ried) ist eine alte Bezeichnung für sumpfigen Boden. Ab 1241 erhielt die Stadt Hannover ein Mitbenutzungsrecht an den Waldungen der Eilenriede. 1371 wurde sie den Bürgern Hannovers von den Herzögen Wenzeslaus und Albrecht von Sachsen geschenkt, als Dank für die Unterstützung im Lüneburger Erbfolgekrieg. Dies gab den Bürgerinnen und Bürgern das Recht, das Waldgebiet als ihr Eigentum zu nutzen und zu pflegen. Gleichzeitig bestand die Verpflichtung, das Waldgebiet zu erweitern. Durch die Viehmast und den Holzraubbau war die Eilenriede im 17. Jahrhundert ein ausgeplünderter Wald. Zur Besserung wurden 1729 Wirtschaftsregeln eingeführt. Die Anpflanzung schnellwachsender Nadelbäume linderte die Holznot. Günstig für den Wald wirkte sich im 19. Jahrhundert die Einführung von Kohle als Brennmaterial aus.

Weiter ging es auf dem Rundweg zu den Iltissen. Es sind sehr possierliche Gesellen, die ungeheuer beweglich sind und deshalb häufig zur Hasenjagd genutzt werden.

Die Waschbären sind neu, und zum Schluss erfuhren wir etwas von den stärksten Tieren, den Ameisen. Sie sind nicht nur stark sondern auch sehr sozial.

Bei einem neuangelegten Beet erfuhren wir etwas über die zum Teil giftigen oder auch als Heilkräuter bekannten heimischen Pflanzen. Es war sehr lehrreich und im Frühjahr, wenn es eine Führung zu Wildkräutern gibt, sind wir wieder dabei. Dann hoffentlich in größerer Besetzung.

Zum Abschluss gingen wir natürlich wieder Kaffee trinken und Kuchen essen, sehr vornehm im Hotel Wyndham.

Ute Lückert

 

Unser Ausflug für Junggebliebene am 18.8.17

ging mit ein bisschen mehr Umsteigen in Bus und Bahn nach Isernhagen, ins

Nordhannoversche Bauernhaus Museum im Wöhler-Dusche-Hof.

Die Zeit bis zum Kaffee, mit selbstgebackenen Torten in der Tenne des über 400 Jahre alten Bauerhauses, nutzten wir, vor dem dortigen Bienenkorb, für einen kleinen Vortrag von einem Imker aus unserer Gruppe. Nach dem Kaffee ging es unter den aufgehängten Mettwürsten und dem Schinken vorbei an ehemaligen Pferde- und Kuhställen und dem kleinen Gesindestübchen bis zum Reich der Bäuerin, dem Flett mit großem Bottich und Herd. Viele alte Gerätschaften, die bei einigen von uns noch Kindheits-Erinnerungen wach riefen, waren passend dekoriert.

Auch das schöne „gute Geschirr“ im Wohnraum mit den Handarbeitsdecken rief Begeisterung hervor. Durch den Bauerngarten mit vielen Kräutern ging es vorbei an alten Ackergeräten zum Backhaus. Alles wurde liebevoll erklärt, und alle unsere Fragen beantwortet.

 

Ein schöner gemütlicher Nachmittag, sogar das Wetter spielte mit. Es sollte schütten, aber es kamen nur ein paar Nieseltröpfchen.

Birgitt Hüttig

 

Der Skulpturenweg

Am 19. September haben sich 10 Frauen und ein Mann entschlossen, etwas Wissenswertes über einige Skulpturen, die im öffentlichen Raum unserer Stadt stehen, zu erfahren. Der Skulpturenweg begann am Sprengelmuseum und endete am Aegidientorplatz und Georgsplatz. Bei 13 Objekten erfuhren wir Näheres über die Künstler und ihre verwirklichten Ideen. Vieles davon hat man schon gesehen, einige waren auch bekannt, aber die meisten riefen doch großes Erstaunen hervor. So z B. die drehbaren Schrauben (1971 von HAWOLI – Hans-Wolfgang Lingemann, niedersächsischer Maler und Bildhauer) in der Georgstraße. Wenn Sie mal durch die Stadt gehen halten Sie die Augen auf. Kunst im öffentlichen Raum kann man überall entdecken.

M. Hrynko

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