2017 Urlaub – und abends…

im eigenen Bett

Auch in diesem Jahr begannen wir unser Ausflugsprogramm mit einem gemütlichen Kaffee trinken. Schön geschmückte Tische erwarteten die Gäste. Mit einer kleinen Begrüßungsandacht begannen wir den Nachmittag. Später gab es einige Informationen zu den Fahrten und die Gelegenheit, Fragen zum Ablauf zu stellen. Mit der dringenden Bitte, am Mittwoch pünktlich zur Abfahrt des Busses um 08:30 Uhr da zu sein, beendeten wir den Nachmittag.

 

1. Fahrt am Mittwoch, den 30.8.2017, nach Bad Driburg und Nieheim:

Heute fuhren die Senioren bei bestem Reisewetter – es war nur etwas zu heiß und die Klimaanlage des 3-Achsers der Firma Schölkemper ein wenig zu schwach eingestellt – nach Bad  Driburg. Klaus, unser netter „seriöser“ Fahrer = grauhaarig und etwas rundlich, fuhr uns wie in einer Sänfte durch Wiesen und Wälder Richtung Paderborn über Barntrup auf stillen Straßen, abseits der großen, geschäftigen Zentren, zu unserem Zielort. Nur auf dem ersten Stück bis Rethen benutzte er die A 2, auf der es flott voranging. Am Ortseingang nahe dem Bahnhof Bad Driburg stiegen wir aus und wurden nach dem bewährten Muster in 2 Gruppen eingeteilt: Es waren insgesamt 36 Personen. Unser Stadtführer führte uns zu den wichtigen 7 Punkten des Städtchens, dessen Kureinrichtungen zum größten Teil seit Jahrhunderten immer noch von ihren Eigentümern, den Grafen von  Oeynhausen, erfolgreich bewirtschaftet werden. Wir warfen nur einen Blick auf den großzügigen Kurpark von dessen Haupteingang aus. Danach begann unsere Wanderung durch die Stadt. Dabei erfuhren wir Einiges aus der Geschichte der Stadt. Bad Driburg war einst Zentrum einer florierenden Glasindustrie gewesen (seit ca. 1550). Die letzten Fabriken mussten wegen der starken Konkurrenz aus Südosteuropa und Fernost in den 70ern schließen. Aber mit Glas wird hier heute immer noch rege und wohl auch gewinnbringend weltweit gehandelt. Die Firma Leonardo ist das bekannteste dieser Handelsunternehmen. Wir hatten nur wenig zu laufen in dem modernen Zentrum rund um die neugotische Kirche. Sie besteht aus dem Sandstein des Eggegebirges, erbaut in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Weitere Blickpunkte waren das moderne Rathaus, der weitläufige Marktplatz und die moderne Bebauung aus den 70ern bis 90ern. Die Neugestaltung des großen Platzes ist gerade fertig geworden. Die etwas überdimensionierte Fußgängerzone darf von langsam fahrenden Autos durchfahren werden. Von Altstadt fast keine Spur mehr, dank den brutalen Plattmach-Programmen der letzten Jahrzehnte. Ich sah nur eine einzige Fachwerkfassade und einen kümmerlichen Rest der mittelalterlichen Stadtmauer, die wie die Wassermühle mit dem wunderschönen Wildblumenbeet davor eine Rekonstruktion ist. Das Mühlrad wird von einer elektrischen Umwälzpumpe mit fließendem Wasser versorgt, so dass es sich drehen kann. Mittagessen gibt es im „Braunen  Hirsch“. Trotz der Vorbestellung der Mahlzeiten nach dem bewährten minutiösen Verfahren, müssen wir sehr lange warten, aber es lohnt sich. Meine Lachsstückchen mit Nudeln sind sehr gut, und auch die anderen sind zufrieden. Die Freizeit nach dem Essen nutzen wir zu einem Besuch des kleinen, aber exquisiten Glasmachermuseums. Ein Ehepaar betreut es, und die Ehefrau hält mir einen Vortrag über die Herstellung der Gläser und die Nachkriegsgeschichte.

Mittlerweile ist die Hitze fast unerträglich geworden. Wir sammeln uns wieder beim Braunen Hirsch, werden mehrmals durchgezählt, immer mit einem anderen Ergebnis, so dass Frau Lückert eine Einzel-Reihenzählung anordnet, wie bei der Bundeswehr oder den Pfadfindern. Erst danach dürfen wir zum Bus. Der parkt ein gutes Stück außerhalb der Innenstadt.

Unser nächstes Ziel ist die Schaukäserei Mewes in Nieheim, die in einem großen Bauernhof untergebracht ist. Die Führung übernimmt eine junge Frau mit kräftiger Stimme. Sie erklärt die Herstellung des Käses sehr anschaulich, und während wir die verschiedenen Sorten probieren, läuft ein Film, in dem wir alles noch einmal anschauen können, denn während der Produktion dürfen keine Besichtigungen stattfinden. Nach der Führung wird erst mal eingekauft. Ich wähle ein bescheidenes Tütchen mit schokoladisierten Apfelscheiben; die anderen schlagen zum Teil ordentlich zu, mit Käsesorten aus dem reichhaltigem Angebot.

Die Rückfahrt geht über Hameln ganz ohne Autobahn, wieder durch Wiesen, Felder und Wälder. Gegen 19:30 Uhr erreichen wir die Epi. Ein Dank an Klaus für seine entspannte ruhige Fahrweise (er bekommt das traditionelle Kuvert) und an die Teilnehmer für ihre Disziplin. Beim Aussteigen überfällt uns die feuchte Hitze wie ein Schlag. Ein Gewitter droht.

Ekkehard Lückert

 

2. Fahrt am Freitag, 01.09.2017, ins Planetarium Wolfsburg und nach Fallersleben:

Nachdem wir zwei Tage vorher bei unserem Ausflug ordentlich geschwitzt hatten, kam uns der abgekühlte Tag sehr entgegen. Pünktlich um 9:00 Uhr sollte unsere Reise beginnen. Wir haben auf eine Teilnehmerin noch vergeblich gewartet. Schade! Da mit eventuellen Staus auf der Autobahn zu rechnen war, sind wir dann um 9:10 Uhr gestartet. Auf kleinen Umwegen, bedingt durch Baustellen, erreichten wir Wolfsburg. Unser Busfahrer, Siggi Moser, kutschierte uns bravourös durch enge Straßen und um Hindernisse herum, weil für den „Tag der Niedersachsen“ die komplette Innenstadt gesperrt war. Schließlich landeten wir doch am Planetarium.

Die Außenkuppel des Planetariums hat einen Durchmesser von 18,5 m, die Höhe der ¾ – Kuppel 14 m. In dem Kuppelsaal befinden sich 144 Liegesessel. Nachdem wir in diesen bequemen Kippsesseln unsere Plätze eingenommen hatten, verdunkelte sich langsam der Raum. Wir tauchten ein direkt ins 360°-Geschehen. Der Sternenprojektor „Starmaster“ in der Mitte des Saales ließ uns die Himmelskörper ringsherum hautnah erleben. Das Kinderlied „Weißt Du wieviel Sternlein stehen“ kam wohl vielen von uns in den Sinn. Durch eine besondere Video-Projektionstechnik und ein tolles Soundsystem wurde die Illusion perfekt, was einige von uns an einem leichten Schwindelgefühl erlebten. Plötzlich erschien auch der Geist Galileo Galileis und begleitete uns auf einen Streifzug durch den nördlichen Sternenhimmel. Was unterscheidet Planeten von Sternen? Wo sind die bekannten Sternbilder? Etwas astronomisches Grundwissen und historische Fakten wurden uns nahegebracht. Auch über die erfolgreiche Raummission, nach Galileo benannt, erfuhren wir einiges. Nach Beendigung der Video-Show, auch Galileo hatte sich inzwischen verabschiedet, wurde uns der zurzeit bei uns sichtbare Sternenhimmel etwas erklärt. Wo steht jetzt der Große Wagen? Wo ist der Andromeda-Nebel? Das ist ein Sternbild am Nordhimmel, im Herbst und Winter sichtbar. Wir waren wohl alle beeindruckt von der  Fülle der Informationen, und doch sehr erstaunt, dass die Stunde so schnell herum war.

Unser Bus holte uns vom Planetarium wieder ab. Die Fahrt ging ins nahe Fallersleben zum Alten Brauhaus. Im Sudhaus waren die Tische zum Mittagessen für uns gedeckt. Das Alte Brauhaus steht in unmittelbarer Nähe zum Schloss Fallersleben. Es wurde 1765 errichtet, 1915 wurde die Nutzung aufgegeben, 1987 die Gaststätte mit Brauerei wieder eröffnet. Leider kam es 2007 zu einem Großbrand. Das viergeschossige Dach wurde völlig zerstört. Nach dem Wiederaufbau der Brandruine war 2008 dann eine erneute Eröffnung. Wir haben also unser Mittagessen in historischer Umgebung eingenommen. Der Nachmittag war zur freien Verfügung. Einige unserer  Mitreisenden nutzten die Zeit, um sich etwas die Beine im kleinen Schlosspark zu vertreten oder Kaffee zu trinken oder Eis zu essen. Interesse fand aber auch das Schloss Fallersleben mit dem Hoffmann-von-Fallersleben-Museum. 2014 wurde es neu gestaltet. Die Ausstellung dort ist eine Zeitreise in das für uns bedeutende 19. Jahrhundert. Hoffmann ist ja der Dichter unserer Nationalhymne, aber auch vieler Kinderlieder und Erinnerungstexte. In Blätterbüchern und Hörstationen erhält man Einblick in sein politisches Wirken. Außerdem ist er auch der meistvertonte Dichter des 19. Jahrhunderts. Interessant war auch die Ausstellung „Hoffmann und die Brüder Grimm“.

Gegen 17:00 Uhr traten wir dann die Heimreise an. Entgegen aller Befürchtungen war die Autobahn gut zu befahren, so dass wir recht schnell unseren Kirchturm wieder erreichten. Ein Reisetag ohne Hitze, ohne Regentropfen, aber mit vielen neuen Eindrücken neigte sich dem Ende zu. Ein Dankeschön ging auch an unseren tollen Busfahrer.

Bärbel Pehl

 

3. Ausflug nach am 5.9.2017 nach Stadthagen:

Pünktlich stehen die Teilnehmer der Fahrt nach Stadthagen bereit. Als um 08:50 Uhr immer noch kein Bus in Sicht ist, greife ich zum Handy. Da kommt er auch schon um die Ecke. Diese Minuten machen mich immer noch ein wenig nervös. Aber nun ist alles gut. Einsteigen bitte und los geht es. Wir fahren keine Autobahn, sondern über Göxe auf Land- und Bundesstraßen unserem Ziel entgegen. Nach einer kurzen Wartezeit stößt dort Frau Hasemann zu uns. Sie will uns ihre Stadt zeigen und beginnt mit dem Schloss. Es wurde im 16. Jhd. für den Grafen von Holstein-Schaumburg gebaut. Für die frühe Zeit der Weser-Renaissance gilt diese Vierflügelanlage als die älteste und bedeutendste ihrer Art in Niedersachsen. Heute beherbergt sie das Finanzamt! Weiter geht es auf dem Wall, der ehemaligen Wehranlage, zum Kloster, von dem nur noch der gemauerte Chor erhalten ist und heute als Kirche genutzt wird. Auf dem Weg zum Marktplatz mit seinen herrlich renovierten Fachwerkhäusern und dem Rathaus bewundern wir noch einige besondere, herrlich renovierte Häuser im Baustil der Weser-Renaissance. Diese Architektur mit ihren typischen Merkmalen haben wir ja schon beim Schloss kennengelernt. Mit so viel vermitteltem Wissen kehren wir im Ratskeller zum Mittagessen ein. Nach der Mittagspause schauen wir uns die Kirche und das Mausoleum an. Neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten ist das kostbarste Ausstattungsstück innerhalb der Kirche der Altar. Er wurde 1460 in einer flandrischen Werkstatt hergestellt und bildet, aus mehreren Teilen zusammengesetzt, ein künstlerisch harmonisches Ganzes. Sehr originell ist die Kanzeluhr. Sie erinnert durch Anschlagen der Glocke den Pastor, seine Predigt nicht zu lang werden zu lassen. Weil die Predigt den größten (längsten) Teil des lutherischen Sonntagsgottesdienstes ausmachte und erst recht im reformierten Gottesdienst, waren Kanzeluhren, vor allem in protestantischen Kirchen im 17. und im 18. Jahrhundert, in Gebrauch. Direkt an die gotische St. Martini-Kirche grenzt das siebeneckige Mausoleum des Fürsten Ernst zu Holstein-Schaumburg an. Ein Kleinod und leider nicht so bekannt wie die große Schwester in Bückeburg. Im Innern des reich ausgestatteten Raumes fällt der Blick auf das in der Mitte stehende und in der europäischen Renaissancegeschichte  einmalige Marmor- und Bronzegrabmal „Die Auferstehung Christi“, geschaffen von 1617 bis 1622 von Adriaen de Vries. Viele Kleinigkeiten sind zu entdecken. So auch die sieben Gewölbesegmente, die mit je zwei musizierenden Engeln vor weiß bewölktem Himmelsblau ausgemalt und mit Schmuckbändern gerahmt sind. Dies ist nur eine kleine Anregung, sich mal nach Stadthagen aufzumachen und selbst einen Blick auf diese Kostbarkeiten zu werfen.

Nach so viel Kultur war noch etwas Zeit zur freien Verfügung. Diese wurde überschattet von dem Kreislaufzusammenbruch einer Mitreisenden. Nach kurzem Aufenthalt im Stadthagener Krankenhaus durfte sie wieder nach Hause. Das war nicht nur für sie aufregend.

Ute Lückert

 

 

4. Fahrt am 7. September nach Bremen:

Wir starten zu unserem letzten Tagesausflug. Unser Ziel ist Bremen. Die Verkehrslage meint es wieder gut mit uns, und das Wetter wird hoffentlich auch noch besser. Alles klappt wie geplant, nur die Suche nach der Toilette gestaltet sich etwas schwierig. Aber Probleme sind dazu da, dass sie gelöst werden.

In zwei Gruppen starten wir unseren Rundgang. Die „Fußkranken“ bleiben auf dem Marktplatz, der guten Stube, wie die Bremer ihn nennen. Wir hören Geschichten über die Balge, den Roland, das Rathaus, den Schütting, die Böttcherstraße, die Bürgerschaft und die Kirchenmaus im Dom. Leider können wir diese nicht suchen, da gerade die Mittagsandacht stattfindet. Ein Teil der Gruppe möchte im Dom bleiben, während die anderen noch durch die Böttcherstraße spazieren. Die andere Gruppe hat einen etwas längeren Marsch gemacht. Sie haben – wie wir auch – alles Wissenswerte vom Marktplatz erfahren, waren darüber hinaus auch noch im Schnoor. Nach einem guten Essen gehen wir zum Bremer Geschichtenhaus. Dort werden uns einige Personen der Bremer Geschichte vorgestellt, wie z. B. die Gesche Gottfried, die – wie sie meint – 15 Menschen etwas Gutes getan hat, indem sie diese mit Rattengift ermordete. In der Nähe des Doms gibt es einen Stein, der an ihre Taten erinnert. Um ihre Abneigung zu zeigen spucken die Bremer darauf. Eine andere Geschichte ist die von Heini Holtenbeen, einem Bremer Original, dem man im Schnoor sogar ein Denkmal gesetzt hat. Während die eine Gruppe geführt wird, trinkt die andere Kaffee. So haben alle noch ein wenig Zeit, den altertümlichen Schnoor zu erkunden, mit seinen vielen kleinen Geschäften.

Um 17:00 Uhr geht es dann wieder zurück. Unser Busfahrer fährt schon bald von der Autobahn ab, da auf der A7 wegen der Baustelle ein Stau ist. Er bringt uns mit geringer Verspätung sicher nach Hause.

Ute Lückert

 

Abschlussveranstaltung:

Am 11.09.2017 ab 17:00 Uhr trafen wir uns zum letzten Mal in diesem Jahr.

„Urlaub und abends im eigenen Bett“ ist schon wieder Geschichte. Wir hatten vier schöne Fahrten. Bad Driburg, Wolfsburg/Fallersleben, Stadthagen und Bremen jede Fahrt mit ihren eigenen Reiz. Das Wetter war auch auf unserer Seite. Bei der ersten Fahrt war es sehr heiß, aber danach waren die Temperaturen angenehm, und auch der Regen verschonte uns. Zum Abschluss gab es, wie auch in den vergangenen Jahren, eine Dia Show, mit der wir die schönen Tage noch einmal Revue passieren ließen. Und natürlich wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. Unser Dank gilt hier besonders Herrn Grunenberg und Herrn Schmidt für die Unterstützung beim Grillen.

Ute Lückert

 

 

 

 

 

 

 

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