Unsere Glocken

grogloschwingkl.jpgIm 33 Meter hohen und freistehenden Glockenturm hängt ein fünfstimmiges Geläut der Glockengießerei Rincker aus Sinn in Hessen aus dem Jahre 1959.
Bedeutende Geläute der seit 1599 bestehenden Gießerei hängen im modernen Turm der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche oder in der Kasseler Martinskirche.
Das Geläut der Epiphaniaskirche gehört wiederum zu den größeren Geläuten der Stadt Hannover, in der die Glocken der Marktkirche mit Abstand die Größten des Stadtgebietes darstellen.

Ein knappes Jahr vor der Fertigstellung der von Peter Hübotter geplanten Kirche wurden die fünf Glocken an Weihnachten 1959 in ihren Dienst gestellt. Ihre Tonfolge stellt eine Seltenheit dar: Mit den vier kleinen Glocken könnte man zum Beispiel die Melodie des berühmten Londoner Westminster-Schlages vom Big Ben spielen. Die größte, fünfte Glocke fungiert hinzugenommen als Vollendung dieser Melodie, so dass die größte und die kleinste Glocke im Intervall einer Oktave dem Geläut einen Rahmen geben. Die fünf Glocken haben außerdem jede ein besonderes biblisches Motto.

Fünf Glocken ermöglichen eine große Anzahl an verschiedenen Teilgeläuten, die im Rahmen des Kirchenjahres unterschiedlich eingesetzt werden könnten, um die Stimmungen der jeweiligen Zeit zu verdeutlichen. Um die Dimensionen der schwingenden Bronzekörper erahnen zu können, hier die genauen technischen Maße der Glocken:

Glocke 1: Ton c‘, 2080 kg, 153 cm Durchmesser
Glocke 2: Ton es‘, 1354 kg, 130 cm Durchmesser
Glocke 3: Ton as‘, 615 kg, 102 cm Durchmesser
Glocke 4: Ton b‘, 418  kg, 90 cm Durchmesser
Glocke 5: Ton c“, 301 kg, 80 cm Durchmesser

Alle Glocken hängen in einem zwei- bis dreigeschossigen Stahlglockenstuhl in zwei Gefachen an stählernen Jochen und werden mit elektrischen Läutemaschinen angetrieben.
Im Januar 2008 wurde anlässlich einer schwingungsdynamischen Untersuchung durch die Ingenieur-Gesellschaft Kempen Krause aus Aachen eine auffällige Aufschaukelung des Turms durch das Läuten der Glocken festgestellt. Dies ist der Fall, wenn eine oder mehrere Glocken mit ihrem Läuten die selbe Frequenz erreichen wie der Kirchturm. Dadurch kann ein Turm in solche Schwingungen versetzt werden, dass Schäden am Gebäude nicht ausgeschlossen werden können. Um diese zu verhindern oder aufzuhalten, dürfen die Glocken der Epiphaniaskirche bis zur Behebung des Problems leider nur noch sehr eingeschränkt läuten.

Wer sich das Glockenläuten ansehen und -hören möchte, der kann sich bei http://www.youtube.com/watch?v=vCkJ9qeqb_Y ein kurzes Video ansehen.

 Matthias Braun, stud.arch., Hannover

 

 

 

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